Dienstag, 25 September 2012 15:54

Junger Literaturpreis | Wettlesen mit Debütautoren | Pfaffenhofen

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literaturpreis166x520Blasmusikpop, Hikikomori und Das große Leuchten – so lauten die Titel der drei Debütromane, die zum zweiten Jungen Literaturpreis der Hallertauer Volksbank und des Neuen Pfaffenhofener Kunstvereins nach Pfaffenhofen eingeladen werden.

Die Autoren Vea Kaiser aus Wien, Kevin Kuhn aus Berlin und Andreas Stichmann aus Hamburg, deren Romane die Veranstalter unter den zwei Dutzend eingereichten deutschsprachigen Herbstnovitäten ausgewählt haben, lesen in der Kulturhalle Auszüge aus ihren Erstlingswerken und werden dann nach Abstimmung durch das Publikum und der Jury mit einem Preisgeld von insgesamt 3000 Euro belohnt.

In der Jury sitzen heuer neben Wilfried Gerling, Vorstandsvorsitzender der Hallertauer Volksbank, der ehrenamtliche Kulturreferent Steffen Kopetzky und Petra Frye-Weber vom Neuen Pfaffenhofener Kunstverein, Laura Freisberg von Bayern2 Zündfunk, Dr. Berndt Hermann von der Aichacher Zeitung, Isolde Asbeck vom Pfaffenhofener Kurier und Claudia Erdenreich vom Medienhaus Kastner sowie ein Schüler bzw. eine Schülerin des Schyren-Gymnasiums. Der Literaturkurs von Deutschlehrer Roland Scheerer beteiligt sich wie im letzten Jahr mit einem Rezensionswettbewerb an der Veranstaltung und darf dafür ein Jurymitglied stellen. Das Wettlesen wird erneut moderiert von Nico Bleutge. Schon beim ersten Jungen Literaturpreis wusste der aus Pfaffenhofen stammende Lyriker und Literaturkritiker, soeben mit dem renommierten Erich-Fried-Preis ausgezeichnet, das zahlreich erschienene Publikum mit seiner einfühlsamen und kenntnisreichen Moderation zu überzeugen.

Drei sehr unterschiedliche Texte, die einen interessanten Literaturabend und eine spannende Preisvergabe versprechen, haben die Veranstalter ausgewählt. Schon im letzten Jahr mischten die Zuschauer kräftig mit und hatten sichtlich Spaß an der Bewertung und der Diskussion um die vorgetragenen Romanauszüge. Die Aufteilung des Preisgeldes, das noch am Abend per Scheck ausgezahlt wurde, bewirkte zudem, dass alle drei Kandidaten Pfaffenhofen in guter Erinnerung haben. Erneut erhält daher der Erstplatzierte 1500 Euro, der Zweitplatzierte 1000 Euro und der Drittplatzierte 500 Euro Preisgeld.

Die 1988 geborene Altgriechisch-Studentin Vea Kaiser legt mit dem Roman Blasmusikpop, der im Verlag Kiepenheuer & Witsch erscheint, eine Generationengeschichte in einem abgeschiedenen alpenländischen Bergdorf vor. Auf fast 500 Seiten wimmelt es darin von skurrilen Begebenheiten, Situationskomik, verschrobenen Charakteren und derbem Dialekt, aber auch von Geschichtsschreibung in der Tradition Herodots ist die Rede.

Kevin Kuhn, Jahrgang 1981, verbrachte längere Zeit im Ausland, darunter drei Jahre in Mexico City, wo ihn die Ereignisse des 11. September zum Schreiben brachten. Sein erster Roman heißt Hikikomori (japanisch für „sich einschließen“; „gesellschaftlicher Rückzug“) und schildert ein in seiner Konsequenz radikales Selbstexperiment: den Versuch, der Erwartungshaltung von Familie und Gesellschaft zu entkommen, der sich dabei der virtuellen Welt als Vehikel bedient. Ein Phänomen, das auch in unseren Breitengraden schon lange kein Einzelfall mehr ist. Kuhns Debüt erscheint im Berlin Verlag.

Andreas Stichmann, soeben in Klagenfurt beim Ingeborg-Bachmann-Preis für seinen Romanauszug aus Das große Leuchten (Rowohlt Verlag) lobend bedacht, lebte ebenfalls eine Zeit lang im Ausland. Auch den 1983 in Bonn geborenen und in Hamburg lebenden Schriftsteller hat diese Erfahrung geprägt. Sein Debüt führt von den struppigen Rändern der deutschen Provinz bis in den Iran und weiter ans Kaspische Meer: Stichmann erzählt von der Liebe, von Sex, von Abenteuer und parallelen Dimensionen – und von der Suche nach einem Mädchen.

28. September 2012 um 20 Uhr in der Kulturhalle Pfaffenhofenliteraturpreis150

Karten für den Jungen Literaturpreis am 28.9. gibt in der Buchhandlung Kilgus sowie bei der Hallertauer Volksbank in Pfaffenhofen.

  

Text und Bilder: www.kunstverein-pfaffenhofen.de

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