kleinherne daniel 348Schnörkellose Prosa
Von Donald Berkenhoff

Eigentlich sind alle Geschichten schon erzählt. Es gibt nur noch Variationen, Kombinationen, andere Umstände. In diesen Zeiten bemühen sich Autoren hauptsächlich um das, was man gemeinhin Stil nennt: die Eigenart der Formulierungen, den Rhythmus der Sprache, die Gewagtheit der Metaphern. Es entsteht eine gefragte Künstlichkeit, oft ist es nur noch die Form, die besticht.

Kleinherne arbeitet umgekehrt. Seine Form, durchaus vorhanden, spielt sich nicht in den Vordergrund. Als erstes besticht die Novelle durch ihre gerade Schlichtheit. Und dies ist schon in den ersten Sätzen völlig klar. „Er folgte ihr. Seit zehn Minuten schon.“ Erste Sätze eines neuen Buches. Sie ziehen hinein in das Dilemma des Helden. Der Mann folgt der Frau. Und: das ganze braucht Zeit und Geduld, danach dominieren Hektik und Ungeduld. Daniel verbringt seine Zeit damit, Frauen kennenzulernen. Aber bevor er sie richtig kennengelernt hat, ist sie weg oder er weg oder beide nicht interessiert. Hier ist er, apropos alte Geschichten, ein Nachkomme des Don Juan, auch Don Giovanni. Obwohl es eher um die Quantität der erotischen Abenteuer geht, bleibt in ihm immer die Sehnsucht nach der einzigen, wahren Liebe. Aber die ist nicht mehr zu haben.

Kategorie: Literatur

„Ich mag es lieber nüchtern und klar"
Michael Kleinhernes Erzählungen „Drehpause"

Ein schmaler Band mit Erzählungen, welcher doch detailliert und ausgiebig eine Welt beschreibt. Eine Welt, die sich hauptsächlich durch das Schweigen und das Nichtgesagte zusammensetzt. Hier finden die Katastrophen und Zusammenbrüche, die Enden von, ja, vielleicht waren es Beziehungen, vielleicht waren es auch nur Irrtümer, in der Stille statt. Fast jede dieser Erzählungen implodiert. Da wo bei anderen Autoren der Exzess, die Beschimpfungen zu erwarten sind, da hört man bei Kleinherne einfach auf zu sprechen. Manchmal hat man Sex miteinander, damit das Schweigen nicht so schmerzt. Was diese Figuren umgibt, ist eine existenzielle Einsamkeit. Aber es gibt immer wieder den Versuch diese Isolation zu durchbrechen. Indem man eine verloren gegangene Freundin wieder aufsucht, nur um festzustellen, dass sich die Lebenswege soweit voneinander entfernt haben, dass eine tatsächliche Begegnung nicht mehr möglich ist. Aber in dieser Unmöglichkeit sitzt man konkret zusammen und wartet darauf, dass der andere endlich geht. Oder man raucht eine Zigarette mit einer Unbekannten, glaubt, dass in diesem Schweigen eine große Gemeinsamkeit verborgen sein könnte. Und indem die Grenzen der Isolation verletzt werden, wird man schuldig am Tode eines Menschen, oder hätte der sich auch so umgebracht, oder hat er sich gar nicht umgebracht? Diese Fragen entstehen durch die Räume der Nichtkommunikation in diesem Buch. Ständig ist man versucht in die Stille hineinzudenken, mit den eigenen Assoziationen, mit den eigenen Erfahrungen.

Kategorie: Literatur

Im Rahmen des Festivals "Stadt.Geschichte.Zukunft" will  die Reihe LiteraPur12 das Image der „Kunst des Wortes“ aufpolieren - mit Workshops und Lesungen junger deutschsprachiger Autoren wird man mit der lebendigen Literaturszene auf Tuchfühlung gehen.

Eine ganze Woche lang - vom 21. bis 25. Mai - bringen die beiden Eichstätter Dozenten Michael Kleinherne und Christopher Knoll engagierte, junge Literatur nach Eichstätt. Nicht nur für das bloße Lesen, sondern auch für das Verfassen von Literatur möchten sie mit LiteraPur12 begeistern. Zusammen mit Studierenden haben sie deshalb ein Festival organisiert, das das literarische Schaffen selbst in den Vordergrund stellt, und dafür engagierte Jungautoren wie das gefeierte Schweizer Nachwuchstalent Stefanie Sourlier oder die kürzlich mit dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnete Berlinerin Nora Bossong nach Eichstätt geladen. In täglich stattfindenden Workshops geben diese Schülern, Studenten und anderen literarisch Interessierten Einblicke in ihre Arbeitsweise und Hilfestellungen für das Verfassen eigener Texte. Mit dabei ist auch ein Eichstätter Eigengewächs: Pauline Füg studierte selbst an der KU und ist mit ihren 28 Jahren bereits eine der bekanntesten Poetry-Slammerinnen Deutschlands.

Bayern 2 veranstaltet im diesem Rahmen eine Lesung mit den Autoren Annika Reich und Björn Bicker. Sie präsentieren ihre Texte auf der Kleinkunstbühne "Zum Gutmann" in Eichstätt, Am Graben 36, am Mittwoch, 23. Mai 2012. Einlass 19.00 Uhr, Eintritt frei.

Die Lesung ist ein Beitrag zum bayernweiten Festival "Stadt.Geschichte.Zukunft".

Kategorie: Literatur

Antho? – Logisch! schreibt einen Kurzgeschichten-Wettbewerb aus und vergibt zum fünften Mal den Antho? - Logisch-Literaturpreises für das Jahr 2013. Das Preisgeld beträgt 1.500,00 Euro, Thema ist „Schöner fremder Himmel“. Dieser Literaturwettbewerb ist offen für Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben (unabhängig von ihrem Wohnort) und bereits literarische Texte veröffentlicht haben. Der Wettbewerb ist eine Einladung, sich mit einem bisher unveröffentlichten Prosa-Text (Kurzgeschichte) zu beteiligen.
Antho? – Logisch! garantiert die Bewertung der anonym vorliegenden Texte durch eine kompetente Jury aus vier Mitgliedern: Schriftstellern, Publizisten und Literaturkritikern.
Teilnahmebedingungen und Ausschreibungstext bei Antho? - Logisch  oder gleich hier. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2012.

Kategorie: Literatur

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